
Methoden
Ich habe mich in den letzten Jahren mit verschiedenen Methoden und Zugängen in den Bereichen Psychologie, Therapie, Körperarbeit, Trauma, Antidiskriminierung, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF), Kommunikation, Verbindungs-, Natur- und Performance Arbeit beschäftigt. Mehr Einblicke, von wem und wodurch meine Arbeit und Haltungen geprägt wurden, finden Sie hier.
Zunächst ist meine Arbeit geprägt und informiert durch meine Berufserfahrung seit 2018 als Psycholog*in in der psychosozialen Beratung für queere Menschen sowie der Bildungsarbeit im Bereich (Mehrfach)Diskriminierung, mit den Schwerpunktthemen Sexuelle Orientierung und Geschlecht/ Gender.
Ich arbeite mit dem „Tamalpa Life/Art Process®“ (TLAP). TLAP wurde von der Tänzerin Anna Halprin in Zusammenarbeit mit dem San Francisco Dancers Workshop in den siebziger Jahren entwickelt und von ihrer Tochter Daria Halprin als anerkannte Methode im Feld der Expressive Arts (https://www.ieata.org/index.html) weiterentwickelt.
Es ist ein Lebens-/Kunst Prozess, der über die Kreativität die persönliche Entwicklung fördert, ein sich Ausdrücken über die Kunst, sei es über Bewegung, über die Stimme, über darstellende Mittel wie Malen und Schreiben sowie ein Finden innerer Bilder und Themen über die Kunst. Erforscht werden die Beziehungen zwischen der körperlichen, der emotionalen und der mentalen/ imaginären Ebene, sowie zwischen der einzelnen Person und der Gruppe. Der TLAP findet Anwendung in Therapie und Pädagogik sowie in Performance- Kunst, Naturarbeit und Ritualen.
Der Tamalpa Life/Art Process stellt Werkzeuge zur Verfügung, über die wir uns näher kommen, persönliche Themen, Dynamiken und Blockaden erkennen können, besser verstehen, wie wir im Hier und Jetzt agieren und klarer sehen, was unsere Fantasien, Wünsche und Vorstellungen vom Leben sind. Das im Innern gefundene Wissen kann über die gleichen Ebenen einen Ausdruck finden und sich so als Erfahrung manifestieren und in die Welt gelangen. Die Kommunikation über den Körper, über kreative und fantasievolle Mittel schafft zudem Räume für Begegnung, Austausch und gegenseitiges Unterstützung und Inspiration.
Des Weiteren bietet der TLAP Zugänge zu gesellschaftlichen Themen, die uns wichtig sind und kann als sozial-politisches Werkzeug genutzt werden, indem Haltungen, Gefühle und Erfahrungen auf kreative Art und Weise exploriert und geäußert werden können, z.B. durch Performances in der Öffentlichkeit.
Der Tamalpa Life/Art Process wird am Tamalpa Institute in Kentfield Kalifornien und in Deutschland durch Tamalpa Germany e.V. in Freiburg unterrichtet, wo auch ich meine Ausbildung absolviert habe.
https://www.tamalpa.org/about-us/our-tools
https://www.tamalpa-germany.de/methode
Ein Video zur Arbeit von Daria Halprin mit dem TLAP:
Es ist mir wichtig, die tatsächlichen Ursprünge der Zugänge, die ich verwende, nicht zu ignorieren, sondern anzuerkennen und sichtbarer zu machen. Da unsere „westliche“ Gesellschaft und was sie ausmacht, also auch unser Wissen in den Bereichen Gesundheit, Kunst und Bildung durch koloniale Strukturen mit geprägt sind, können hinter vielen Methoden und Bewegungen kulturelle Aneignungsprozesse erkannt oder vermutet werden.
Anna Halprin zog viel Wissen in ihrer Arbeit aus der eigenen Forschung mit Körpern und Tanz und Bewegung sowie aus der eigenen Erfahrung als jüdische Frau in den USA zwischen 1920 und 2021. Ihre Heilungs- und Ritualsarbeit ist außerdem beeinflusst durch den Kontakt und Austausch mit verschiedenen indigenen Bevölkerungsgruppen, insbesondere den Pomo, in und um Kentfield Kalifornien. Viele methodische Ebenen, wie Tanzen, Malen, Geschichten oder Rituale, die wir heute in den „Expressive Arts“ und den verschiedenen somatischen und naturverbundenen Ansätzen wiederfinden, haben Menschen schon seit langer Zeit praktiziert, sei es zum Beispiel um zu Heilen, zu Feiern, zu Zeigen oder zu Transformieren. Ich möchte diese Ursprünge sowie die gewaltvolle Unsichtbarmachung und Auslöschung dieser anerkennen.
Für mich erkennbare direkte kulturelle Aneignung ist in meiner Arbeit und in den Räumen, die ich gestalten möchte, unerwünscht. Und ich bin ein Kind meiner Zeit und erkenne an, dass auch ich nicht frei von verinnerlichten Unterdrückungsstrukturen bin und eine begrenzte Perspektive habe. Ich sehe meinen Prozess, mich und mein Gestalten und Handeln in der Welt, zu dekolonisieren, als fortlaufend und nie abgeschlossen.
Ich lade Kritik und Feedback hierzu herzlichst ein und bin dankbar, in den Austausch darüber zu kommen.
Fragen & Kontakt
Du hast Fragen oder willst Kontakt zu mir aufnehmen?
Schreibe mir gerne eine Nachricht an mail@whoyouart.de
Ich freue mich auf deinen Kontakt!